Der Elbepegel steigt das erste mal seit 2013. Die Auen brauchen dringend ein Hochwasser!

Das Wasser brodelt an der Schleuse bei Steckby und drückt von der prall gefüllten Elbe in Richtung Pfaffensee und Gräben.

Der Paffensee und die angeschlossenen Gräben dienen als Vorfluter. Das beginnende Hochwasser drückt in die Vorfluter und überschwemmt langsam die Auewiesen. Diese Überflutungsflächen hat man dem Fluss an seinen Flanken in weiten Teilen durch Eindeichung genommen. Die Auswirkungen zeigen die Hochwasser 2002 und 2013. Deiche durchweichen und brechen auf langen Strecken.

Umdenken im Hochwasserschutz: Rückverlegung von Deichen

Im Steckby-Lödderitzer Forst, dem Auwald auf der anderen Elbseite, hat man in den letzten Jahren in einem großen Projekt die Deiche zurückverlegt. Der Auwald wird wieder wie vor Hunderten Jahren überflutet. Wir brauen an der Elbe und auch an anderen Flüssen wieder solche Rückverlegung, um dem Fluss mehr Raum bei Hochwasser zu geben. Langsam hat die Politik das begriffen und es gibt erste konkrete Projekte.

Die Natur profitiert vom neuen Hochwasserschutz

Die Bäume leiden schwer unter der Trockenheit der letzten Jahre. Alte Eichen sterben ab. Bäume haben Stress, wenn sich Umweltbedingungen dauerhaft zum Schlechten verändern. Stress macht anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Der Baum stirbt einen langsamen Tod.

Nun kann man fragen, warum es so trocken ist, obwohl die Elbe durch die Aue fließt. Ganz einfach: Die Elbe führt die meiste Zeit des Jahres Niedrigwasser. Durch das Einzwängen des Flusses durch Buhnen erhöht sich die Fließgeschwindigkeit. Der Fluss gräbt sich langsam aber stetig weiter in den Untergrund und der Wasserspiegel sinkt. Damit sinkt auch der Grundwasserspiegel in der Aue mit dem Effekt, dass die Wurzeln der Bäume das Wasser nicht mehr erreichen.

Das Hochwasser versorgt die Aue nachhaltig mit Wasser, welches die Pflanzen über die trockenen Sommermonate dringend brauchen. Aber auch die Tiere brauchen das Wasser. Viele Spezialisten unter den Vögeln suchen feuchte Biotope zum Brüten auf. Es ist interessant zu sehen, wie auf den sonst recht vogelarmen Auwiesen sich sofort Vögel auf den ersten Überflutungsflächen einfinden. Viele Stockenten, Graugänse und Schnatterenten konnte ich heute bereits sehen.

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