Extremes Niedrigwasser in der Elbe. Auen trocknen aus.

Der Anblick der Elbe ist in diesen Tagen schmerzhaft. Extremes Niedrigwasser legt Ufer und Sandbänke frei. Munition aus dem 2. Weltkrieg tritt zu Tage und muss geborgen werden.

Die Flussaue, die der Mensch normalerweise mit Feuchtigkeit, Frische und sattem Grün verbindet, ist braun und vertrocknet. Das Laub einiger Bäume verfärbt sich bereits.

Das letzte Hochwasser ist fünf Jahre her. Solange sind die Wiesen der Elbaue nicht überschwemmt worden. Auch die letzten Jahre waren trocken, was der Vegetation in der Aue echten Stress verursacht.

Der Klimawandel ist offensichtlich. Jeder kann es beobachten. Es gibt nur noch Extreme, viel oder wenig. Das typische westeuropäische Klima mit seinem ausgeglichenen und vorhersehbarem Wetter, welches Europa erst hat aufblühen lassen, scheint es nicht mehr zu geben.

Es ist ein Teufelskreis. Der Wasserspiegel sinkt, die Einengung der Fahrrinne durch Buhnen beschleunigt die Fließgeschwindigkeit des Flusses und der gräbt sich wiederum weiter in den Boden. Das hat zur Folge, dass der Grundwasserspiegel in der Aue ebenfalls sinkt und die typischen Auegehölze nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden. Es reicht auch nicht, wenn der Fluss irgendwann wieder Mittelwasser führt. Dadurch, dass die Elbe sich immer weiter eingräbt, bedeutet ein normaler Wasserstand zu wenig Wasser. Der Wasserspiegel liegt bei einem Pegel von 1,50 m heute viel niedriger als noch vor 50 Jahren. Es ist ein schleichender Prozess, der nur durch gezieltes Eingreifen gestoppt werden kann. Offensichtlich können wir den Klimawandel nicht aufhalten, aber die Lobby der Elbeausbau-Befürworter und die Politiker können aufhören, über Elbvertiefung zu fabulieren! Die Politik hat die Möglichkeit und die dringende Pflicht zu reagieren. Nur ein Rückbau der Buhnen kann den Fluss langsamer machen und die schleichende Vertiefung aufhalten.

Die folgenden Fotos sind gestern Abend in Tochheim an der Elbe entstanden. Zwischen den Buhnen kann man bereits auf Sandbänken hin und her laufen. Die Fähre ist seit einigen Tagen wegen Niedrigwasser außer Betrieb.

Fotos: Matthias Keller

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