Vögel im Winter richtig füttern | Teil 2

Welches Futter ist für die Winterfütterung unserer Vögel am besten geeignet?

Im klassischen Zoofachhandel, in Supermärkten, in Baumärkten - überall wird Vogelfutter angeboten. Das Sortiment ist zu Beginn der Saison oft sehr reichhaltig. Wir finden geeignetes Futter, mit dem die meisten Vögel etwas anfangen können. Winterfutter sollte sich durch einen hohen Anteil an Fett auszeichnen. Im Winter brauchen die Vögel Fett. Durch Verdauung (Verbrennung) entsteht Wärme. Vögel sind Warmblüter und müssen regelmäßig Nahrung aufnehmen, genau wie wir.

Am Ende des Beitrags erfahrt ihr, wie man selbst ein gutes Winterfettfutter herstellen kann.

Sonnenblumenkerne - der Klassiker

Die guten alten Sonnenblumenkerne... und nachwievor das beste Futter der Wahl!
Früher habe ich die Kerne erst gekostet, bevor ich sie gefüttert habe. Wenn sie zu lange oder falsch gelagert wurden, können sie ranzig werden. Heute gehen wir davon aus, dass sie frisch sind. Aber kosten kann man trotzdem!

Vorteile

  • Der Fettgehalt der Kerne ist sehr hoch.
  • Sonnenblumen eignen sich hervorragend für die in Teil 1 beschriebenen Futterröhren. Sie rutschen gut nach.
  • Der Preis ist günstig. Trotzdem lohnt ein Vergleich der Anbieter.

Nachteile

  • Die Spelzen fliegen überall herum.
  • Futter landet auf dem Boden, wird aber meist von Sperlingen und Finken gut aufgesammelt.

TIPP: Wenn die Röhre oder das Häuschen leer ist, nicht gleich nachfüllen. Die Vögel holen sich dann erstmal das herunter gefallene Futter vom Boden.

Sonnenblumen ohne Schale

Der Vorteil der geschälten Kerne ist, dass keine Spelzen anfallen. An Balkonen von Wohnblocks sind sie deshalb gut für die Fütterung geeignet. Es gibt weniger Ärger mit den Nachbarn. 🙂

Nachteil ist der relativ hohe Preis.

Erdnüsse

Sehr hochwertig durch den hohen Fettgehalt. Sie können ganz oder zerkleinert gefüttert werden. Wie bei den geschälten Sonnenblumen fallen hier keine Schalen an.

Nachteil ist auch hier der hohe Preis.

Walnüsse

Ebenfalls sehr nahrhafte Nüsse. Wenn man einen Nussbaum im Garten hat oder jemanden kennt mit einem Walnuss-Überangebot, ist das eine sehr günstige Lösung.

Nachteil: Man muss sie erst knacken.

Streufutter Mischung

Klare Absage: Mit dieser Futtermischung können nur die "harten" Körnerfresser etwas anfangen, wie Sperlinge und Finken. Die Sonnenblumen sind okay aber das Getreide fliegt meist nur in der Gegend herum.

Viel Verlust und kaum brauchbar. Für den Händler ein gutes Geschäft. Das billige Getreide bringt Gewicht auf die Wage und suggeriert einen günstigen Preis.

Meisenknödel oder -Ringe

Klare Kaufempfehlung! Da ist eine Menge Fett drin. Fett brauchen vor allem die Insektenfresser, wie Meisen, Rotkehlchen, Zaunkönig und Amseln. Fettverbrennung produziert im Winter Wärme. Finken und Spatzen lieben sie aber auch.

Vorteile: Überall gut anzuhängen, kein Schmutz und günstig im Preis. Im Baumarkt gibt es große Eimer mit Knödeln.
Nachteil: Bei Frost werden die Dinger ziemlich hart. Aber die Insektenfresser mit ihren spitzen Schnäbeln kommen gut dran.

Äpfel und Birnen

Die gibt es in der Obst- und Gemüseabteilung, wenn man nicht selbst einen Garten mit Obstbäumen hat.
Für Amseln eine Delikatesse. Die Früchte einmal durchschneiden, damit die Vögel besser an das Fruchtfleich gelangen. Auch faule Äpfel können unbedingt angeboten werden. Gerade bei strengem Frost, wenn die Amseln aufgeplustert am Boden sitzen, um Energie zu sparen, sind Äpfel und Birnen eine wichtige Nahrungsquelle.
Beachte: Nur an übersichtlichen Stellen am Boden auslegen. Die Amseln müssen Gefahren gut sehen können, um rechtzeitig zu reagieren. (Katzen)

Vogelbeeren

Diese getrockneten Beeren bekommt man kaum zu kaufen. Man sollte sie im Spätsommer sammeln und zum Trocknen auslegen oder aufhängen.

Amseln, Wachholderdrosseln und Stare fressen sie sehr gern. Sie schlucken sie am Stück herunter. Die Beeren besitzen viel Vitamin C und natürlich Kohlenhydrate.

Fettfutter

Auch im Supermarkt erhältlich, allerdings relativ teuer. Meistens bestehen diese Mischungen aus gequetschtem Getreide mit Öl getränkt.

TIPP: Fettfutter einfach selbst herstellen aus Haferflocken und Speiseöl. Das ist günstig und alle Vögel fressen das gern. Der Nähwert ist durch das Öl und die Kohlenhydrate der Flocken sehr hoch.
Die Mischung in eine Schale oder auf einen Teller geben und regengeschützt aufstellen. Hier ist eine kleine Überdachung wie bei einem Futterhaus günstig.

Quellennachweis Fotos: Pixabay

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